AKTUELLE ENTWICKLUNGEN BEI EDELBAUSTAHL

Fragen an Boris Šorn und Ralf Schneider von den Deutschen Edelstahlwerken

Was sind aktuelle Entwicklungen bei Edelbaustahl? Live von der wire 2018 geben Boris Šorn und Ralf Schneider von den Deutschen Edelstahlwerken Einblick in den Markt.

Welches sind für die Deutschen Edelstahlwerke bei Edelbaustahl die wichtigsten Branchen?

Boris Šorn:

Die Automobilindustrie steht zweifelsohne an erster Stelle. Sei es als Stahllieferant direkt an OEMs oder auch an die Zuliefererindustrie. Auch im Bereich Wälzlagerstahl arbeiten wir mit den grossen Playern am Markt zusammen. Nicht zu vergessen natürlich der Maschinenbau.

Was sind derzeit die grössten Herausforderungen im Bereich Edelbaustahl?

Boris Šorn:

Das Thema Leichtbau spielt ohne Frage eine grosse Rolle. Ebenfalls die weitere Entwicklung von e-Drive Lösungen.

Welchen Anforderungen muss der Stahl heute genügen?

Boris Šorn:

Auch im Leichtbau ist die Anforderung, hochfeste Bauteile zu produzieren, die den extremen Belastungen etwa im Antriebsstrang oder im Motor widerstehen. Doch die Anforderungen von unseren Kunden beschränken sich heute nicht nur auf neue Produktlösungen, sondern auch auf optimierte Prozesse in der Weiterverarbeitung unserer Stähle.

Was sind hier Beispiele?

Ralf Schneider:

Eine Produktlösung wäre beispielsweise der neue bainitische Stahl Bainidur1300. Speziell für Schmiedeteile entwickelt, erlaubt der Stahl ein grosses Prozessfenster, um ein bainitisches Gefüge einzustellen, und das in gleichbleibender Qualität.

Boris Šorn:

Wenn wir über optimierte Prozesse sprechen, haben wir bei den Deutschen Edelstahlwerken etwa das Verfahren DEW RC+T entwickelt. Vergütungsstähle aus diesem Verfahren sparen in der Weiterverarbeitung Energiekosten beim Kunden, da sie das gewünschte Ergebnis nur mit Abschrecken und Abkühlen erreichen, ohne jedweden zusätzlichen Glühprozess.

An welchen Innovationen arbeiten Sie momentan noch?

Ralf Schneider:

Ein Thema wäre ein aluminium-legierter Stahl Aludur. Hier können wir bei kleinerem spezifischem Gewicht von 6,9 gegenüber 7,85 bei herkömmlichem Stahl erhebliche Gewichtseinsparungen erzielen und dennoch eine höhere Festigkeit als bei Aluminium erreichen.

Nicht zuletzt sind wir intensiv am Thema Additive Fertigung und 3-D Druck dran. Der Ansatz ist, im Prototypenbau oder für Ersatzteile konventionelle Stahl-Werkstoffe einzusetzen, für die sich eine klassische Schmelze mit mehreren Tonnen nicht lohnt. Hier sind wir ebenfalls mit einigen wichtigen Playern im Gespräch.

Auf welcher Grundlage entscheiden Sie Neuentwicklungen?

Boris Šorn:

Die Anforderungen an Edelbaustahl sind sehr hoch. Die Produkte müssen viel können, eine hohe Performance erreichen, allerdings unter der Prämisse kostengünstiger Lösungen. Hier arbeiten wir in engem Kontakt mit unseren Kunden für Weiterentwicklungen. Die Prozesse sind langfristig. Werkstoffe müssen über einen langen Beanspruchungszeitraum absolut zuverlässig sein. Die Plattformlösungen in der Automobilindustrie, also die Tatsache, dass viele Modelle sich dieselbe Plattform teilen, bedeutet Stückzahlen in Millionen. Und hier darf dann kein Bauteil versagen.

Welche Herausforderungen stellen sich im Automobilbau. Mit welchem Zeithorizont sehen Sie da Veränderungen?

Boris Šorn:

Zeitliche Vorhersagen zu machen ist immer schwierig. Das Thema e-Drive wird extrem wichtig, allerdings wird es nicht zu einer unmittelbaren Umstellung kommen, sondern Lösungen parallel laufen.

Ralf Schneider:

Als Stahlhersteller sind wir an wichtigen Komponenten eines kompletten Fahrzeugs beteiligt, nicht nur am konventionellen Antrieb. Und auch dort spielen hochwertigste Lösungen eine grosse Rolle.

 

Boris Šorn ist Vertriebsleiter Edelbaustahl und Ralf Schneider Key Account Manager Edelbaustahl für die Automobilindustrie.

 

 

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